Coding AG

Coding statt Playstation - Wie ein neues Projekt den Kindern der Michael-Ende-Schule in Neuss digitale Kompetenz vermittelt

Mit einer Coding AG geht die Michael-Ende-Schule in Neuss einen neuen Weg in der Medienerziehung. „Wir stellen fest, dass die Kinder sich ausgiebig in der Digitalwelt bewegen, sei es in Computerspielen oder dem Internet. Aber in den meisten Fällen konsumieren sie nur. Die digitale Welt gestalten können nur wenige“, erklärt Schulleiter Rainer Schöneck.

In der Coding AG lernen die Kinder, selbst zu kreativen Gestaltern von Medienprodukten zu werden. Wer programmieren kann, wird selbst aktiv, kann Neues entwickeln und eigene Ideen umsetzen. Dies wird auch im alltäglichen Leben immer wichtiger, denn wer zumindest Grundkenntnisse des Codings beherrscht, hat später nicht nur bessere Chancen am Arbeitsmarkt, sondern kann sich selbstbestimmt durch unserer (Medien-)Welt bewegen und diese aktiv gestalten. Durch spielerisches Programmieren lernen die Kinder, Probleme effektiv und kreativ zu lösen. Erreicht werden kann dies durch verschiedene Spiele und Übungen, das Arbeiten mit einfachen Programmen und/oder das Beschäftigen mit Robotern. Ganz allmählich bauen die Kinder dabei IT-Kompetenzen und ein Verständnis für die Funktionsweise eines Computers auf. „Digitalisierung ist heute viel mehr als der Einsatz von neuen Medien. Den Kindern zu zeigen, wie sie ihre digitale Umwelt gestalten können, ist nicht einfach. Zum Glück gibt es in Düsseldorf die Codingschule (www.codingschule-junior.de) : Sie schickt für unsere Coding-AG ausgewiesene Praktiker, die mit den Schulkindern der 4. Klasse gestalterisch am Rechner arbeiten“, berichtet Dr. Fabian Braun, Geschäftsführer des Fördervereins der Michael-Ende-Schule, der die Kurse für die Viertklässler finanziert.

„Eigentlich übersteigt das unsere Möglichkeiten. Wir haben aber mit dem Rotary Club Köln-Kapitol einen Unterstützer gefunden. Jetzt begleiten die Coding-AG ein Trainer der Codingschule und ein Lehrer der Michael-Ende-Schule“, erklärt Dr. Fabian Braun. Inhaltlich bauen die Kurse der Codingschule auf der Scratch-Umgebung auf, die vom berühmten Massachusetts Institute of Technology (MIT) speziell für Kinder entwickelt wurde . „Es ist wie ein Theater: Es gibt eine Bühne, Figuren und Regieanweisungen. Und die Kinder sind die Regisseure, die das Bühnenbild festlegen, die Figuren wählen und mittels Anweisungen sagen, was passieren soll.“ sagt Peter Wiedeking, selber Gründer und Unternehmer und auch schon Gast bei der „Höhle der Löwen“, derzeit vor allem aber für zwei Stunden die Woche Trainer in der Coding-AG. „Scratch ist eine tolle Umgebung, um Geschichten zu erzählen – und nebenbei lernen die Kinder, wie ein Rechner Anweisungen verarbeitet. Scratch ist eine vollständige Programmierumgebung. Schnell entstehen erste Computerspiele.“ (https://scratch.mit.edu/)

„Die Michael-Ende-Schule ist eine Sprachförderschule und unsere Schülerinnen und Schüler haben spezielle sprachliche Förderbedarfe. Um so wichtiger ist es für uns, dass sie möglichst viele Möglichkeiten finden sich auszudrücken. Hier bietet Digitalisierung auch Chancen. Wir möchten, dass unsere Schülerinnen und Schüler diese Chancen ergreifen können.“, resümiert Rainer Schöneck.

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